DVB-T2 HD/FreenetTV im Test – Teil 2

Am 29. März dieses Jahres erfolgte die Umstellung auf das neue digitale Antennenfernsehen DVB-T2 HD in den deutschen Ballungsgebieten. Was hat sich in den letzten Monaten so getan hat und ob sich FreenetTV wirklich lohnt, erfahrt Ihr im folgenden Beitrag.

DVB-T2 HD/FreenetTV – Neue Sender kommen, anderen gehen

Auch für mich war es ein spannendes Erlebnis gewesen als DVB-T1 abgeschaltet und der Nachfolgestandard DVB-T2 HD aufgeschaltet wurde. Bereits kurz nach 8 Uhr des 29. März konnte ich in Berlin alle Sender in hochauflösender Bildqualität auf meinem TV-Gerät empfangen, hinzukam das Online-Angebot FreenetTV Connect, welches neben der Nutzung diverser Apps auch die Betrachtung von InternetTV-Sendern wie Viva, MTV oder EoTV ermöglicht. Neben den Neuzugängen wie Nick, One, Sat1 Gold und DMAX und den bekannten Sendern wie RTL, Sat1, ProSieben und Vox, die ihre Programme in Full-HD ausstrahlen, beendeten andere Sender ihre Verbreitung über das DVB-T-Netz gänzlich. Betroffen waren der Regionalkanal TV Berlin und der Frauensender TLC. Letztgenannter ist künftig nur noch über Freenet TV Connect zu empfangen.

FreenetTV läuft nicht ganz reibungslos

Während die öffentlich-rechtlichen Programme störungsfrei empfangen werden konnten, kämpfte ich bei den privaten Sendern, die von Freenet TV verbreitet werden, mit technischen Problemen. Bei mir traten etwa alle 10 – 15 Minuten Pixelfehler auf, andere Nutzer hingegen hatten sogar Schwierigkeiten die betroffenen Sender freizuschalten, wie einige auf der Facebookseite des Anbieters beschrieben. Als ich Freenet TV mit den Pixelfehlern konfrontierte, meinte man mir gegenüber, dass ich Empfangsprobleme hätte und eine neue Antenne benötige (Was sich im Nachhinein als falsch erwies, aber später mehr dazu).

Daraufhin kaufte ich mir eine neue Antenne von Thomson (ANT 1410) im Wert von knapp 40 Euro, die sogar einen LTE-Filter hat. Diese schloss ich an meinen Samsung Smart TV an, indem auch das FreenetTV Modul steckte. Mit der neuen Antenne ebbten die Störungen nicht wirklich ab, es kam weiterhin zu diesen Bildproblemen. Zu meinem Leidwesen kam noch hinzu, dass ich auf den privaten Sendern zwar noch aufnehmen konnte, jedoch wurden die Aufnahmen nach etwa 90 Minuten gesperrt. Daraufhin meldete ich mich erneut bei FreenetTV, dort teilte man mir mit dass es keine Berechtigung zur Aufnahme geben wird. Laut der Aussage des Mitarbeiters hieß es, dass die Mediengruppe RTL nicht wolle dass man bei Aufnahmen deren Werbung überspringt. Darüber hinaus könne man dem FreenetTV Modul nicht sagen was aufgenommen werden darf oder was nicht. Lediglich könne man mit einem FreenetTV zertifizierte Receiver aufnehmen, jedoch ließe sich hierüber die Werbung nicht überspringen, wie es weiter hieß.

Freenet TV gibt Aufnahmemöglichkeit für Modul frei

Nach ein paar Wochen ruderte FreenetTV zurück und gab die Berechtigung zur Aufnahme frei. Seit dem kann ich uneingeschränkt auf allen Sendern aufnehmen und mir alles ansehen, auch das Vorspulen funktioniert.

Update für den Smart TV behebt Bildprobleme

Seit dem letzten Software-Update vor einigen Tagen gibt es sowie gut keine Bildprobleme mehr, die  anfänglichen Störungen haben sehr nachgelassen.

FreenetTV Connect nicht auf jedem Gerät nutzbar

Wer das Online-Angebot FreenetTV Connect nutzen möchte, der muss darauf achten dass sein Empfangsgerät nicht nur DVB-T2/FreenetTV unterstützt sondern auch über eine Internetfunktion (wie SmartTV) und hbbTV 1.5 verfügt. Da mein Fernseher nur hbbTV 1.1 unterstützt, kann dieser zwar die Sender und Apps in der Kanalliste anzeigen, jedoch lassen sich diese nicht wiedergeben.

FreenetTV ja oder nein?

Ich habe mich dazu entschieden Freenet TV weiter zu nutzen, da es jetzt bei mir stabiler läuft und der Anbieter mit seinem Preis von 5,75 Euro pro Monat oder 69 Euro recht erschwinglich ist. Also wer keinen Kabel- oder Internetanschluss hat oder SatTV nicht nutzen kann/darf, der kann sich auf jeden Fall für FreenetTV entscheiden (sofern verfügbar – siehe Verfügbarkeitscheck). Wer nicht auf die privaten Sender angewiesen ist, der kann sich die öffentlich-rechtlichen Programme anschauen. Diese können unverschlüsselt und ohne Aufpreis betrachtet werden, da diese über den Rundfunkbeitrag abgedeckt werden.

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